Schutzgebiete sichern die Auen

Ein wichtiger Schritt für die Verbesserung des Inn ist die neben der Einrichtung von Schutzgebieten auch deren bestmögliche persönliche Betreuung. Diese umfasst etwa Erhaltungs- und Pflegemaßnahmen sowie Umwelterziehung, Bewusstseinsbildung und Zusammenarbeit mit den Anrainergemeinden.

Schutzgebiete sind besondere Plätze, in denen die Bewahrung der Natur- und traditioneller Kulturlandschaften Vorrang gegenüber anderen Nutzungsformen hat. Das bedeutet jedoch kein Verbot menschlicher Tätigkeiten, sondern vielmehr ein Miteinander von Natur und Mensch! Durch die starken Veränderungen unserer Landschaften in den vergangenen Jahrhunderten wurde es notwendig, ursprüngliche, naturnahe oder natürliche  Flächen langfristig für nachkommende Generationen zu erhalten und zu sichern.

Schutzgebiete sind per Gesetz geschützte Gebiete zur Erhaltung verschiedener Ökosysteme. In Tirol sind 3.209 Quadratkilometer (Stand: September 2005) als Schutzgebiete ausgewiesen – das sind über 25 Prozent der Tiroler Landesfläche.

Bei 74 Schutzgebieten (ohne Berücksichtigung der Naturdenkmäler) handelt es sich um Ausweisungen nach dem Tiroler Naturschutzgesetz (TNSchG). Darüber hinaus gibt es 5 Natura-2000-Gebiete ohne eigene Schutzgebietsverordnung.

Nähere Informationen zu den Tiroler Naturschutzgebieten >

 

Seit 2006 betreut der WWF im Auftrag der Tiroler Landesregierung sechs Schutzgebiete.

 

 

Milser Au

Schutzgebietsbetreuung - Milser Au - © VorauerDie einzigartige Flusslandschaft Milser Au ist das letzte größere Auwaldgebiet im Oberinntal und ein wichtiges Naherholungsgebiet für den Bezirk.

Revitalisierung abgeschlossen: 2007 bis 2010 wurde an 3 Gebieten in der Innau gearbeitet. Die Flächen wurden abgesenkt, sodass der Inn auch schon bei kleineren Hochwasserereignissen wieder in die Au einfluten kann. Darüber hinaus wurden kleine Tümpel für Amphibien geschaffen und eine Brutwand für den Eisvogel gebaut. Die Gemeinde Mils, Agrargemeinschaft Mils, das Land Tirol und der WWF waren sich einig: „Die Revitalisierung bedeutet für die Au eine ‚Rundumerneuerung‘ und Aufwertung des einzigartigen Gebiets“.

Rietzer und Mieminger Innauen

Schutzgebietsbetreuung - Rietzer und Mieminger InnauenDer weitestgehend ursprüngliche Auwaldstreifen am nördlichen Innufer zwischen der Hängebrücke bei Stams und Telfs gilt als einer der letzten Reliktstandorte für Einzelexemplare der gefährdeten Deutschen Tamariske (Myricaria germanica) sowie für selten gewordene Insektenarten, wie beispielsweise den Erlenprachtkäfer.

Völser Innau

Schutzgebietsbetreuung - Völser Innau - © VorauerMit Beständen von Grauerlen, Reifweiden und Purpurweiden ist hier noch die typische Vegetationsform einer weichen Au zu finden. Die starke Nutzung durch Erholungssuchende setzt der Au vor allem in den Sommermonaten stark zu. Aufgrund der durchgeführten Innverlegung beim Flughafen hat sich der Nutzungsdruck etwas verlagert.

Kranebitter Innau

Schutzgebietsbetreuung - Karnebitter Innau - © VorauerAuszeichnend für dieses Schutzgebiet sind vor allem über 90 seltene Vogelarten, die in der Brutzeit auf einen störungsfreien Auwald angewiesen sind. Speziell zum Schutz dieser Vögel wurde für wichtige Teile des Gebietes zwischen Anfang Februar und Anfang Juli ein Betretungsverbot erlassen. Besonders deswegen kommt es seit der Unterschutzstellung im Jahr 1988 immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Naturnutzern und Naturschützern. Somit ist die Kranebitter Au wohl das Gebiet, bei dem die Meinungen und Ansichten am weitesten auseinandergehen, und sein Management bedarf daher größter Aufmerksamkeit.
Derzeit (2016) wird an Waldpflegemaßnahmen gearbeitet. Fichten als Au-untypische Bäume werden entfernt, um Laubgehölzen Platz zu machen. Damit werden Auwaldbewohner wie der prächtige Schillerfalter gezielt gefördert.

Schloss Tratzberg und Umgebung

Schutzgebietsbetreuung - Tratzberg - © VorauerDieser vogelkundlich hochinteressante geschützte Landschaftsteil liegt etwa zur Hälfte am Fuße des Karwendels und besteht aus Talböden mit Laubmischwald, Heckensäumen, vernässten Wiesen, aber auch teilweise intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen. Besonders bemerkenswert ist der Gießen, ein Augewässer, der attraktive Arten wie Biber und Eisvogel beherbergt. Die zweite Hälfte des Schutzgebietes liegt im Karwendelgebirge.

Kufsteiner und Langkampfener Innauen

Schutzgebietsbetreuung - Biber - © AdrianDiese Auen am linken und rechten Ufer des Inn sind Reliktstandorte ehemals ausgedehnter Aulandschaften.  Obwohl sie von verschiedenen Verkehrswegen und dem Kraftwerk Langkampfen umgeben sind, stellen diese Auen einen wichtigen Rückzugsort für flussbegleitende Tier- und Pflanzenarten dar. Einer der besten Baumeister der Natur, der Biber, fühlt sich hier sehr wohl!

 

Schutzgebietsbetreuer der Tiroler Inn – Auen:
Mag. Toni Vorauer
Tel.: +43 (0)676 834 88 401
E-Mail: toni.vorauer@wwf.at